Sonntag, 12. Januar 2014

Lesehäppchen: Etwas über Krieg und Tod ...

"Egal, unter welchen Umständen man starb, im Angesicht des Todes verflog alles Heroische und der Gevatter zeigte sein wahres Gesicht." aus: Der Pakt - Zwischen Göttern und Teufeln


Leseprobe:
... Der kahlrasierte Wächter hatte sich von seinem Anblick erholt und starrte Jeremias jetzt finster an. Der dritte Wächter stand an der Weide und hatte seine Schusswaffe konsequent auf Jeremias' Kopf gerichtet. Er blutete aus einem langen Schnitt, der quer über seine Wange verlief und eine breite Narbe hinterlassen würde. Lebensbedrohlich war diese Verletzung jedoch nicht. Ganz anders als die des Wächters auf Jessicas Schoß.

Jeremias blickte Jessica in ihre aufmerksamen Augen und dann betrachtete er wieder den verletzten Wächter. Zum Teufel, er war ja noch ein Bursche. Er hatte eine klaffende Fleischwunde und Teile seiner Gedärme waren durch den zerfetzten Stoff seiner Kleidung und seines blutigen Fleisches zu sehen. Jeremias nahm den Geruch von Blut und Fäkalien wahr. In solchen Momenten wurde Jeremias sich eines wieder bewusst. Egal, unter welchen Umständen man starb, im Angesicht des Todes verflog alles Heroische und der Gevatter zeigte sein wahres Gesicht. Zurück ließ er immer das gleiche. Einen stinkenden Kadaver und Schmerz. Und dieser Junge zu seinen Füßen lag im Sterben. Ihm blieben höchstens noch einige Minuten. Das beruhigende Gemurmel, was Jeremias gehört hatte, war ein Gebet gewesen, das Jessica für ihren Wächter gesprochen hatte. Aber Jeremias roch noch etwas anderes, als den Gestank des Todes. Ein anderer Duft, gleichwohl auch nach Fäulnis. Unterschwellig, aber für ihn gerade noch wahrnehmbar. Es war nicht der typische Geruch von Blut und Tod. Es war anders … fremd.

Jessica liefen Tränen über ihre schmutzigen Wangen. Obwohl er Eifersucht verspürte, da sie wegen dieses jungen Mannes weinte, konnte er sich nicht vor ihrem Leid verschließen. Er erkannte in ihren Augen ihren inneren Kampf. Es wäre ein weiterer Beweis von Vertrauen gewesen, ihn zu bitten, ihrem Wächter zu helfen, da sie ihn völlig seiner Gewalt ausliefern müsste. Und es widersprach ihrem Stolz, einen Vampir um Hilfe zu bitten. Das war etwas, wozu sie noch nicht bereit zu sein schien, aber da Jeremias die einzige Rettung für ihren Wächter sein könnte, überwand sie sich schließlich doch. Er erkannte den Moment des Nachgebens in ihrem Gesicht.

„Würdest-“
Bevor sie es aussprechen musste, trat Jeremias näher und flüsterte: „Wenn du es mir gestattest, werde ich die Wunden deines Wächters schließen. Ob er überlebt, weiß ich jedoch nicht. Er ist viel schwerer verwundet, als du es warst, als ich dich rettete.“ Jeremias blickte zur Seite zu dem großen, blonden Wächter, der noch immer auf ihn zielte. Seine Angst roch beißend säuerlich. „Mein Name ist Jeremias. Ich beabsichtige nicht euch anzugreifen.“
Der blonde Wächter runzelte die Stirn, rührte sich aber nicht.
„Waffe weg, Wächter. Ich kenne ihn. Wenn er sagt, er hilft uns, dann wird er uns helfen. Er würde nichts tun, was den Pakt gefährdet“, sagte Jessica. Sie klang heiser und erschöpft, hatte in diesem Moment nichts Autoritäres an sich. Der Wächter gehorchte dennoch sofort.

„Ich werde versuchen ihn zu retten, Jessica. Das hat aber nichts mit dem Pakt zu tun. Ich tue es für dich und für den Jungen“, sagte Jeremias und fügte grimmig hinzu. „Schickt die Organisation jetzt schon Kinder auf die Jagd?“
Jessica steckte ihre SIG in ihr Holster. „Er ist kein Kind, sondern ein Wächter.“
„Ein Krieger zu sein, macht einen Burschen nicht zu einem Mann“, widersprach er ...

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Kommentare:

  1. Hallo, liebe Laya Talis! :-)
    Ich bin über den Blog "Alice im Bücherland" auf dich und deinen Blog hier aufmerksam geworden. - Find ich richtig interessant hier! Bin gleich mal eine Leserin geworden.

    Vielleicht willst du auch mal auf meinem Blog, der noch relativ jung ist, vorbeikommen? Würd mich wahnsinnig freuen, wenn du auch bei mir Leserin wirst.

    http://janine2610.blogspot.co.at/

    Alles, alles Liebe <3,
    Janine

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    1. Hallo Janine!
      Willkommen in meiner Welt "Zwischen Göttern und Teufeln". Ich besuche Dich gern auf deinen Blog und freue mich, Dich als neue Leserin begrüßen zu können. Ein dunkles Lesevergnügen wünsche ich Dir.
      DG, Laya

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